fbpx
kammerlander2
kammerlander2
kammerlander1
kammerlander1
kammerlander4
kammerlander4
kammerlander3
kammerlander3
previous arrow
next arrow

HANS KAMMERLANDER

EXTREM

VERANSTALTUNG VERSCHOBEN ➔ NEUER TERMIN: 12.3.2022

・Sa. 12.3.2022 | 20:00 Uhr (Einlass 45 Min. vorher)

・Kurhaus Bad Tölz

・Tickets ab 22,50€ (Bei Vorverkaufsstellen ohne Gebühren)

Hans Kammerlander „Extrem“ 

Hans Kammerlander wurde als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie in Ahornach im Südtiroler Tauferer Ahrntal geboren. Die Hänge steil, der Verhältnisse arm und die Zukunftsaussichten nicht unbedingt rosig. Die Chance auf ein steile Laufbahn praktisch gegen Null gehend. Das einzig wirklich steile waren die Berge. Den ersten davon bestieg Hans Kammerlander als 8-jähriger. Er war aus lauter Neugier einem Touristen-Ehepaar hinterher gestiegen. Von diesem Tag an wollte er immer mehr Berg und immer neue Abenteuer. Nach den Touren auf die heimatlichen Gipfel folgten lotrechte Wände in den Dolomiten und das Eis in den Westalpen. Dann die Ausbildung zum Bergführer und irgendwann stand Reinhold Messner vor Hans Kammerlander. Der öffnete ihm die Tür zu einer großen, unbekannten und vor allem grandiosen Welt. Zusammen bestiegen die beiden sieben der vierzehn Achttausender.

Später gelangen Hans Kammerlander fünf weitere und dabei unter anderem die Skiabfahrten vom Mount Everest und vom Nanga Parbat. Er bestieg auf allen Kontinenten die jeweils zweithöchsten Gipfel, nachdem er selbst erlebt hatte, um wie viel schwerer der K2 im Vergleich zum Mount Everest zu erreichen war. Rund 30 Jahre lang stellte sich Kammerlander einen knallharten Wettbewerb und einen oft gnadenlosen Branche, in der nur der Gipfel zu zählen scheint, aber oft nur die Umkehr das Überleben sichert. Im Leben von Hans Kammerlander hat sich immer alles um Ideen und Konzepte gedreht, um Taktik und Vorbereitung, um Projekt- und Krisenmanagement, um Logistik und die Wahl der richtigen Partner, um richtige Entscheidungen und um blitzschnelles Handeln. Hans Kammerlander musste schwere Rückschläge einstecken und verlor gute Freunde auf dem Weg zu den höchsten Bergen. Immer wieder stand er vor der Frage: Wie soll es nun weiter gehen? Hans Kammerlander bewusst den K2 am roten Faden und als Sinnbild seines Tuns. Mit keinem anderen Berg hat er so sehr gerauft, wie mit dem zweithöchsten und schwierigsten Achttausender. Der „Berg der Berge“ hat ihm Rätsel aufgegeben und ihn schier zum Verzweifeln gebracht. Im ersten Anlauf scheiterte er im Gestrüpp pakistanischer Bürokratie, beim zweiten kam er wegen erfrorener Zehn nicht einmal in die Nähe des K2. Beim dritten Versuch wähnte er sich schon fast oben und musste dennoch 150 Höhenmeter unter dem Gipfel wegen unfassbarer Schneemassen umkehren. Ein Jahr später saß er 22 Tage bei schlechtem Wetter im Basislager fest. Und auch der fünfte Anlauf wäre um ein Haar gescheitert, bevor er vollkommen unerwartet ein Zweier-Team mit einem französischer Bergsteiger bildete, dessen Sprache er nicht einmal verstand. „Je mühsamer der Weg ist, umso stärker ist der Moment am Ziel“, sagt Kammerlander heute. Für ihn scheint der Begriff Scheitern nicht zu existieren, er sieht die Umkehr als Teilerfolg an und als Möglichkeit für Weiterentwicklung und Neuorientierung. „Ich stand oft vor dem scheinbar Unmöglichen. Doch unmöglich ist nur ein Begriff und keine unveränderbare Tatsache. Man muss das Unmögliche versuchen, damit das Mögliche möglich wird“ sagt der Südtiroler Ausnahmebergsteiger.

Hans Kammerlander

Hans Kammerlander wurde als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie in Ahornach im Südtiroler Tauferer Ahrntal geboren. Die Mutter starb früh. Hans war erst zehn Jahre alt. Der Vater, Schuster und Bauer von Beruf, war ein strenger, aber gütiger Mensch. Die Erziehung übernahm die älteste Schwester. 

Als 8-jähriger bestieg Hans Kammerlander seinen ersten Berg. Heimlich folgte er einem Touristenpaar auf den Großen Moosstock (3059 m), oberhalb seines Heimatdorfes Ahornach. Erst am Gipfel wurde er entdeckt. Doch statt der erwarteten Ohrfeige gab es einen Apfel und einen grandiosen Ausblick, der das weitere Leben des Bergbauernbuben grundlegend verändern und nachhaltig bestimmen sollte. An diesem Tag begann ein Weg, von dem niemand ahnte, wie weit hinaus, und vor allem wie hoch hinauf er führen würde.

In den folgenden Jahren mehrten sich die alpinen Unternehmungen, und mit ihnen stieg das unkontrollierte Risiko. 1971 erfuhr der um zehn Jahre ältere Bruder Alois, der damals bereits in Bozen lebte und selbst ein begeisterter Kletterer war, von den waghalsigen Touren des inzwischen 15-jährigen Hans. Alois Kammerlander meldete seinen Bruder zu einem Kletterkurs an, damit er den Umgang mit Seil, Haken und Karabinern lernte. An der Seite des älteren Bruders unternahm Hans Kammerlander schließlich auch die ersten großen Klettertouren in den Nordwänden von Langkofel und Peitlerkofel. Vom Gipfel aus sah er weit entfernt sein Heimatdorf – und unzählige neue Ziele. 

Seinen Arbeitsplatz hatte er in der Alpinschule Südtirol von Reinhold Messner. Dort kletterte er mit Gästen in steilen Wänden, führte sie auf bekannte und weniger bekannte Gipfel, leitete Kurse und machte nebenbei mit zahlreichen Erstbegehungen auf sich aufmerksam.

Reinhold Messner öffnete Kammerlander schließlich 1982 mit einer gemeinsamen Expedition zur ersten Durchsteigung der Cho-Oyu-Südwestwand den Weg zu den ganz hohen Bergen der Welt. Das Unternehmen gelang zunächst nicht. Doch in den folgenden Jahren bestiegen die beiden gemeinsam und teilweise auf neuen Routen sieben der vierzehn Achttausender. Darunter waren so herausragende Leistungen wie die erste Begehung der Annapurna Nordwestwand und die erste Überschreitung zweier Achttausender an den Gasherbrum-Gipfeln im Karakorum. 1986 standen beide am Gipfel des Lhotse – als erster Mensch hatte Reinhold Messer alle vierzehn Achttausender bestiegen.

In der Folge setzte Hans Kammerlander seinen Weg fort und bestieg insgesamt 12 der 14 Achttausender. Immer häufiger wählte er eine Kombination schneller Aufstiege und den Einsatz von Skiern für den Rückweg. So gelang ihm 1990 die erste Abfahrt über die Diamir-Wand am Nanga Parbat. 1996 fuhr er als erster Mensch vom Everest über die Nordwand mit Skiern bis ins Basislager. Der Aufstieg zum Everest in 16 Stunden und 40 Minuten ist bis heute die schnellste Besteigung der Nordwand des höchsten Berges der Erde. Für Aufstieg und Abfahrt benötigte er 23 Stunden und 50 Minuten. 

Rund 40 Expeditionen hat Hans Kammerlander im Himalaja, dem Karakorum und anderen Teilen der Erde unternommen. Doch waren es nicht immer nur glückliche Stunden und Höhepunkte, die er an den Bergen der Welt erlebte. Es gab auch Dämpfer und herbe Rückschläge. Unternehmungen waren nicht immer von Erfolg begünstigt und gute Freunde verloren ihr Leben. Im Mai 1991, während einer Expedition am Manaslu in Nepal, starben innerhalb weniger Stunden der Grödner Karl Großrubatscher (Absturz) und Friedl Mutschlechner (Blitzschlag). Der Langtauferer Reinhard Patscheider, mit dem Kammerlander zusammen an der Annapurna unterwegs gewesen war, stürzte in den Alpen, am Grand Cobin, ab. Der Ahrntaler Luis Brugger blieb am Jasemba verschollen. Der Franzose Jean-Christof Lafaille, mit dem Kammerlander den K2 bestiegen hatte, kehrte vom Versuch einer Winterbegehung am Makalu nicht zurück. Und der Grödner Karl Unterkircher, mit dem Kammerlander die Erstbesteigung des Jasemba gelungen war, kam am Nanga Parbat ums Leben. Dennoch brach Kammerlander immer wieder auf, denn darin sah er stets die einzige Möglichkeit, die schweren Verluste und tragischen Ereignisse zu verkraften und zu verarbeiten.

Kammerlander absolvierte bis heute rund 3500 Kletter- und Bergtouren auf der ganzen Welt, darunter 50 Erstbegehungen. Es gelangen ihm über 60 Alleinbegehungen im VI. Schwierigkeitsgrad, beispielsweise an den Drei Zinnen, der Civetta, der Marmolada, in der Sella-Gruppe und am Heilig Kreuzkofel. 15 Jahre lange führte Kammerlander die Alpinschule Südtirol, die er 1988 von Reinhold Messner übernommen hatte. 2003 übergab er sie an seine damaligen Stammbergführer. 

2002 wurde er in Berlin zum „Offiziellen Botschafter der Berge“ ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er von den Provinzen Trient und Südtirol den „Rotary-Preis“ für seine besonderen Leistungen und Verdienste um Hilfsprojekte in Nepal. Kammerlander engagiert sich seit vielen Jahren für die „Nepalhilfe Beilngries“. In dieser Zusammenarbeit entstanden bislang 15 Schulen, ein Altersheim und ein Waisenhaus. Zu den großen Momenten seines Lebens zählen für Hans Kammerlander die beiden Begegnungen mit dem Dalai Lama, dem religiösen Oberhaupt der Tibeter und die Bekanntschaft mit Sir Edmund Hillary, dem Erstbesteiger des Mount Everest, der Kammerlander vor allem auch wegen seines sozialen Engagements in Nepal zum Vorbild wurde.

Er hat sieben Bücher (Abstieg zum Erfolg, Bergsüchtig, Am seidenen Faden, Unten und oben, Direttissima zum Erfolg, Zurück nach Morgen, Seven Second Summits – Über Berge um die Welt) publiziert. Darüber hinaus sind über Hans Kammerlander mehrere Fernsehfilme und zahlreiche Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitschriften erschienen. Hans Kammerlander ist Vater einer Tochter und sein großes Hobby sind Oldtimer. 

Unterstützt von:

HANS KAMMERLANDER • bei Markus Lanz ab min. 53:30

NEWSLETTER ANMELDEN

Wir halten Sie auf dem Laufenden! Verpassen Sie keine Neuigkeiten, Veröffentlichungen und Veranstaltungshinweisen durch die Anmeldung zu unserem Newsletter

Newsletter